Wir sind Gäste – über und unter Wasser
Im und auf dem Meer sind wir alle nur zu Gast. Der Ozean wirkt groß und robust, ist aber vielerorts extrem empfindlich. Als Segler und Taucher tragen wir die Verantwortung, ihn zu schützen und Ökosysteme zu bewahren, die durch unsere Präsenz massiv gestört werden können. Wir haben uns bewusst entschieden, die Regeln auf unserem Boot an dieser Verantwortung auszurichten und nachhaltig zu segeln und zu tauchen. Hier möchten wir unsere Regeln vorstellen und erklären, was dahintersteckt.
Sicher liegen ohne den Meeresboden zu zerstören
Während die Wahl eines Ankerplatzes für unsere Gäste zunächst nur bedeutet, ob man nahe eines Hafens oder lieber in einer einsamen Bucht die Nacht verbringt, bedeutet Ankern für uns, gezielt Stellen aufzusuchen, deren Untergrund dafür geeignet ist. Nicht nur muss der Anker sicher halten – wir wollen auch vermeiden, die wichtigste Kinderstube des Ionischen Meeres zu stören: die Posidonia-Seegrasfelder. Hier finden zahlreiche Fisch- und Molluskenarten Schutz, und das Seegras selbst reagiert äußerst sensibel auf Störungen des Untergrunds. Zudem benötigen beschädigte Seegraswiesen Jahrzehnte, um sich zu erholen.
Einen wichtigen Schritt zum Schutz der Posidonia-Wiesen hat Griechenland im Jahr 2025 gemacht, indem erstmals die permanente Installation von Mooring-Bojen erlaubt wurde. Diese ermöglichen es, ein Boot sicher in einer Bucht festzumachen, ohne den Meeresboden zu beeinträchtigen. Wir unterstützen diese wichtige Entwicklung ausdrücklich, indem wir Mooring-Bojen, wo immer sie vorhanden sind, nutzen und für ihre Instandhaltung bezahlen.
Leave no trace unter Wasser
Egal ob man entspannt an der Wasseroberfläche schnorchelt oder mit Tauchflasche unter Wasser unterwegs ist: Jede Berührung von Korallen, Schwämmen, Mikroorganismen, Tieren oder Pflanzen ist ein Eingriff.
Deshalb folgen wir den etablierten Regeln fürs Tauchen und Schnorcheln: Take only pictures, leave only bubbles.
Dazu gehört, dass wir auf eine gute Tarierung achten, um den Untergrund nicht zu berühren, Meerestiere nicht füttern und Begegnungen – etwa mit Meeresschildkröten oder Delfinen – geschehen lassen, ohne die Tiere zu verfolgen.

Müll und Abfall
Wenn wir ehrlich sind, ist unser Verbrauch an Einweg-Plastikflaschen an Bord relativ hoch, da wir unsere Gäste konsequent dazu ermutigen, ausreichend Wasser zu trinken. Für alle übrigen Getränke und Nahrungsmittel lohnt es sich jedoch, über die Verpackung nachzudenken, denn Blechdosen können in Griechenland deutlich effektiver recycelt werden als viele andere Materialien.
Wir trennen unseren Müll an Bord, es geht nichts über Bord – auch kein Biomüll – und wir entsorgen Abfälle nicht auf jeder Insel. Wenn eine Insel keine geeignete Müllentsorgung hat, nehmen wir unseren Müll so lange mit, bis wir sicher sein können, dass er sinnvoll entsorgt wird.

Chemie an Bord
Trotz der schönen Vorstellung, dass Segeln eine besonders ökologische Art der Fortbewegung ist, ist ein modernes Segelboot dennoch voller Stoffe, die dem Ökosystem Meer schaden können. Das beginnt bei der Antifouling-Beschichtung des Rumpfes und reicht über Schmiermittel und Kraftstoffe bis hin zu Reinigungsmitteln.
Unsere Priorität liegt dabei stets auf der Sicherheit des Bootes und dem Wohlergehen der Crew. Wo jedoch ökologische Alternativen vorhanden sind, versuchen wir, sie zu nutzen. So reinigen wir viele Oberflächen mit Essig, Natron oder anderen Hausmitteln, bestehen auf riff-freundlichen Sonnencremes und fördern einen bewussten Umgang mit Süßwasser.
Licht bei Nacht
Während viele Luxusboote die ganze Nacht ihre Unterschiff-Beleuchtung eingeschaltet lassen, verzichten wir bewusst darauf. Künstliches Licht kann Meeresorganismen empfindlich in ihrem natürlichen Rhythmus stören – ein Effekt, der oft unterschätzt wird.
Bewusstsein schaffen
Über all unsere Regeln informieren wir unsere Gäste bereits im Voraus, und unser Bootsbriefing umfasst die wichtigsten Punkte. Wir beantworten jederzeit gern Fragen rund um das Ökosystem Meer und seinen Schutz und freuen uns, wenn unsere Gäste an Beachcleanings teilnehmen oder uns bei unseren Anstrengungen unterstützen.
Kleine Entscheidungen, große Wirkung
Wir haben bei unseren Bemühungen selbstverständlich keinen Anspruch auf Perfektion. Doch wir glauben an viele kleine Schritte in die richtige Richtung – denn jede bewusste Entscheidung zum Schutz des Lebensraums Ozean bringt uns weiter. Segeln und Tauchen können Teil des Problems sein oder Teil der Lösung. Wer mit uns reist, kann sicher sein, der Lösung zumindest nahe zu kommen und nachhaltig zu segeln und zu tauchen.




